Die SK³ – Ständige Konferenz für Kunst und Kultur in Bayern e.V. sieht die zunehmende politische Absicht in bayerischen Städten eigenständige kommunale Kulturverwaltungen abzuschaffen mit großer Sorge und warnt vor einer strukturellen Schwächung der kommunalen Kultur.Akteurinnen und Akteure aus der Kulturszene fordern, dass Kultur in eigenständigen Referaten politisch sichtbar und wirksam bleiben muss, um eine starke Stimme in der Stadtpolitik zu behalten. Die Sorge ist groß, dass Kultur ohne eigene Zuständigkeit zur Nebensache wird und anderen politischen Prioritäten untergeordnet wird.
„Kommunale Kulturpolitik braucht klare Zuständigkeiten und eine starke Interessenvertretung. Wo Kultur in andere Ressorts verschoben wird, verliert sie an Gewicht – oft leise, aber mit weitreichenden Folgen“, erklärt Walter Heun, Vorsitzender der SK³.
Im Zuge der aktuellen Regierungsbildungen nach den Kommunalwahlen ist in mehreren bayerischen Städten zu beobachten, dass die Absicht besteht, eigenständige Kulturreferate aufzulösen oder organisatorisch abzuschwächen, indem die Kultur anderen Verwaltungsbereichen zugeteilt werden. Was als Verwaltungsreform oder Effizienzsteigerung dargestellt wird, bedeutet in der Praxis häufig den Verlust von fachlicher Kompetenz, strategischer Entwicklung und politischer Durchsetzungskraft für die Kultur.
Dabei ist die Bandbreite kommunaler Kultur groß: Sie reicht von kultureller Bildung über die freie Szene bis hin zu großen Institutionen wie Theatern und Museen sowie zur Kultur- und Kreativwirtschaft. Diese Vielfalt braucht spezialisierte Strukturen, kontinuierliche Förderung und eine starke Stimme innerhalb der Verwaltung. Kulturreferate wirken als Bindeglied in die Kunst- und Kulturszene sowie in die Politik, sichern das Engagement der öffentlichen Hand zum Erhalt der Kunstfreiheit und der Möglichkeiten von Kunst und Kultur.
„Kultur ist kein freiwilliger Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts in unseren Städten. Wer Kultur strukturell schwächt, schwächt auch die Räume für Begegnung, Teilhabe und demokratischen Austausch“, betont Andrea Fink, Vorstandsmitglied der SK³ und Geschäftsführerin des Tonkünstlerverbands in Bayern. Damit sich diese Kraft der Kultur entfalten kann, braucht sie den Rückhalt der Kommunen mit starken Kulturreferaten - gerade jetzt.
Die SK³ fordert daher die Verantwortlichen in den Kommunen auf, Kultur als eigenständigen Politikbereich zu sichern und organisatorisch so aufzustellen, dass ihre Bedeutung dem tatsächlichen gesellschaftlichen Stellenwert entspricht.